Im Gespräch mit “Heimatstark”: Die Geschichte hinter Tigsto

Was sich seitdem verändert hat

Vor einigen Jahren durfte ich dem Magazin Heimatstark ein Interview über Tigsto und die Anfänge meines Verlages geben. Wenn ich das Interview heute lese, muss ich manchmal schmunzeln. Vieles erkenne ich wieder, manches würde ich heute anders formulieren. Das ist wahrscheinlich ganz normal. Mit den Jahren sammelt man Erfahrungen, entwickelt sich weiter und blickt auf manche Dinge etwas gelassener.

Damals stand mein erstes Kinderbuch im Mittelpunkt. Heute gehören auch digitale Geschichten zu Tigsto. Das hätte ich mir am Anfang ehrlich gesagt nicht vorstellen können. Inzwischen sehe ich das Thema entspannter. Jede Familie hat ihren eigenen Alltag. Manche kuscheln sich mit einem Buch aufs Sofa, andere laden eine Geschichte als PDF herunter oder lesen sie gemeinsam auf einem Tablet. Für mich ist heute nicht mehr entscheidend, auf welchem Weg eine Geschichte gelesen wird. Wichtig ist, dass sie ihren Platz im Familienleben findet und Eltern und Kinder ein paar gemeinsame Minuten miteinander verbringen.

Angefangen hat alles mit einer kleinen Idee

Die Idee zu Tigsto entstand nicht an meinem Schreibtisch, sondern draußen im Garten. Ich verbringe dort bis heute gerne Zeit und bin meistens mit irgendetwas beschäftigt. An diesem Tag waren es meine Gießkannen, die rund um die Wasserstelle standen. Irgendwie sah das Ganze so witzig aus, dass ich plötzlich dachte: Daraus könnte eigentlich eine Geschichte entstehen.

Am nächsten Tag schrieb ich die ersten Zeilen auf. Mehr war es zunächst gar nicht. Dass daraus einmal ein eigener Verlag werden würde, hätte ich damals nie gedacht.

Je länger ich an der Geschichte arbeitete, desto klarer wurde mir allerdings, dass ich sie genau so veröffentlichen wollte, wie sie in meinem Kopf entstanden war. Also stellte sich irgendwann die Frage, ob ich mich bei einem Verlag bewerben oder den Schritt selbst wagen sollte. Ich habe mich schließlich für den eigenen Verlag entschieden. Rückblickend weiß ich, dass ich vieles unterschätzt habe. Es gab unglaublich viel zu lernen und manches war deutlich komplizierter, als ich es mir vorgestellt hatte. Zum Glück hatte ich Menschen an meiner Seite, die mich mit ihrem Fachwissen unterstützt haben. So ist aus einer ersten Idee nach und nach ein richtiges Buch entstanden.

Geschichten entstehen nicht auf Knopfdruck

Viele Gedanken entstehen tatsächlich draußen. Nicht, weil ich bewusst nach einer Geschichte suche, sondern weil mir etwas auffällt. Manchmal ist es ein Vogel, manchmal eine Pflanze oder einfach eine Situation, die mich noch eine Weile beschäftigt. Oft denke ich gar nicht weiter darüber nach. Erst Tage oder sogar Wochen später merke ich, dass sich daraus langsam eine Idee entwickelt.

Früher hatte ich oft das Gefühl, ich müsste möglichst schnell Ergebnisse liefern. Heute weiß ich, dass sich gute Ideen nicht erzwingen lassen. Manche brauchen einfach Zeit. Das gilt für Geschichten genauso wie für viele andere Dinge.

Wenn ich heute auf die Anfänge von Tigsto zurückblicke, freue ich mich vor allem darüber, dass ich damals einfach angefangen habe. Vieles hat sich seitdem verändert und manches ist ganz anders gekommen, als ich es erwartet hätte. Geblieben ist aber die Freude daran, Geschichten zu schreiben, die Kinder und Erwachsene für einen Moment aus dem Alltag holen und vielleicht dazu anregen, selbst wieder etwas genauer hinzusehen.

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Wenn aus einer Geschichte ein Abendritual wird

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Cradle to Cradle® Kinderbuch: Der nachhaltige Weg von Tigsto