Eine neue Wintergeschichte entsteht bei Tigsto
Illustration aus der Weihnachtsgeschichte “Weihnachten kommt bald”
Wie Gedanken zur Nachhaltigkeit und ein Wintermorgen in die Geschichte „Weihnachten kommt bald“ einfliessen
Während ich an „Weihnachten kommt bald“ gearbeitet habe, musste ich immer wieder an diesen Wintermorgen denken. Auch in der Geschichte spielt die Natur die Hauptrolle.
Ein Bär macht sich mit seinem Schlitten auf den Weg durch den winterlichen Wald und begegnet unterwegs verschiedenen Tieren. Ohne zu viel verraten zu wollen, trifft er schließlich auf einen Fuchs, der ihm eine abgeknickte Tanne zeigt.
Beim Schreiben war mir wichtig, dass der Bär nicht einfach einen jungen Baum fällt. Die abgeknickte Tanne bekommt in der Geschichte noch einmal eine besondere Bedeutung und wird Teil der gemeinsamen Weihnachtsvorbereitungen.
Solche Gedanken fließen immer wieder in meine Tigsto-Geschichten ein. Nicht, weil ich Kindern etwas beibringen oder erklären möchte. Geschichten dürfen vor allem Freude machen und die Fantasie anregen.
Aber ich glaube, sie können Eltern dabei helfen, mit ihren Kindern über Themen zu sprechen, die im Alltag manchmal gar nicht so leicht zu erklären sind. Nachhaltigkeit gehört für mich dazu. Sie begegnet uns in vielen Bereichen unseres Lebens und besteht oft aus kleinen Entscheidungen.
Eine Geschichte kann diese Gedanken aufgreifen, ohne zu belehren. Kinder erleben sie gemeinsam mit den Figuren und kommen vielleicht später ganz von selbst ins Gespräch. Genau das wünsche ich mir für meine Tigsto-Geschichten: Sie sollen schöne Vorlesemomente schaffen und gleichzeitig kleine Impulse geben, die noch ein Stück weiterwirken.
Wie ein Wintermorgen meine Gedanken begleitet hat
Während der Schreibzeit habe ich immer wieder kleine Pausen gemacht und bin in den Garten gegangen. Gerade beim Schreiben von Naturgeschichten brauche ich diese Momente draußen. Manchmal hilft ein kurzer Blick auf etwas ganz Alltägliches, um eine Idee weiterzuentwickeln oder eine Stimmung wiederzufinden.
An diesem Dezembertag hatte sich der Nebel erst gegen Mittag aufgelöst. Lange lag der Garten grau und still da, fast ein bisschen verschluckt. Und dann kam plötzlich Licht.
Kein spektakulärer Sonnenaufgang, sondern dieses ruhige Winterlicht, das sich langsam durch den Nebel kämpft und alles verändert.
Sobald die Sonne durchkam, sah der Garten ganz anders aus. Die Feuchtigkeit vom Nebel blieb an den Pflanzen hängen und auf einmal begann alles leicht zu glitzern. Nicht kitschig, eher so, dass man zweimal hinschaut. Genau solche Momente mag ich im Garten – sie sind unscheinbar, aber besonders.
Vielleicht ist genau das auch ein Teil meines Verständnisses von Nachhaltigkeit: nicht immer etwas Neues zu suchen, sondern erst einmal wahrzunehmen, was bereits da ist.
Vertrocknete Stauden, Samenstände und alte Gräser gehören für mich genauso zur Natur wie die ersten Blüten im Frühling. Sie bieten Vögeln Nahrung, Insekten einen geschützten Platz und zeigen, dass auch Dinge, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, ihren Wert haben.
Gerade im Winter fallen oft Dinge auf, die im Sommer untergehen. Formen, Strukturen und Licht rücken in den Mittelpunkt. Selbst ein trockener Stängel kann im richtigen Moment ganz besonders aussehen.
Genau solche Beobachtungen begleiten mich beim Schreiben. Sie erinnern mich daran, dass die Natur ihre eigenen Kreisläufe hat und dass vieles schon da ist, wenn wir uns die Zeit nehmen hinzuschauen.
Warum solche Gedanken in Geschichten Platz finden
Für mich bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur, über die Umwelt zu sprechen. Sie zeigt sich oft in kleinen Momenten: in der Art, wie wir mit Dingen umgehen, wie wir beobachten und wie wir wertschätzen, was bereits vorhanden ist.
Gerade Geschichten können dabei eine schöne Verbindung schaffen. Sie erklären nicht alles und geben keine fertigen Antworten. Aber sie können einen Gedanken mitgeben und einen Anlass schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Vielleicht fragt ein Kind nach dem Vorlesen, warum der Bär diese Tanne ausgewählt hat oder warum nicht einfach ein neuer Baum genommen wurde.
Genau diese kleinen Gespräche sind es, die ich an Geschichten liebe.
„Weihnachten kommt bald“ ist eine etwas längere Tigsto-Geschichte und kann bei Bedarf auch auf zwei Vorleseabende aufgeteilt werden. Dazu gehören wieder drei Ausmalseiten, die Kinder zusätzlich kreativ begleiten.
Entdecken Sie „Weihnachten kommt bald“ und weitere Tigsto-Geschichten für besondere Vorlesemomente voller Natur, Fantasie und gemeinsamer Zeit.